Auckland: Julia Keller berichtet aus Auckland (Neuseeland)
Besucht uns auf:

Kia Ora Aotearoa!

 

Am Frankfurter Flughafen ist schon fast Nachtruhe eingekehrt als wir am 2. Juli  um 22 Uhr in unser Flugzeug nach Dubai steigen und uns auf die 30-stündige Reise nach Neuseeland machen. Um halb 11 starten wir dann endlich- Bye Bye Germany, Hello New Zealand.

Nach 6 Stunden kamen wir dann leicht übermüdet in Dubai an, passierten die Sicherheitskontrollen und suchten unser nächstes Abfluggate. Mein Freund hatte diese lange Reise schon 2 mal gemacht, da er ein Auslandsjahr in Neuseeland verbracht hat und war deshalb total relaxt. Ich hingegen hatte nicht ganz so viel Lust, mich auf den 13- stündigen Flug nach Brisbane/Australien zu begeben, aber ich musste ja. Die Zeit ging erstaunlich schnell rum, vielleicht lag es daran, dass ich mir alle drei Hobbit-Filme in Folge ansah und sogar ein bisschen schlafen konnte. In Brisbane mussten wir nur noch ein letztes Mal umsteigen um dann am 4. Juli, um 14:40 Uhr endlich in Auckland zu landen. Bei der Einreise wurde ich prompt mit den strengen neuseeländischen Gesetzen konfrontiert- ich musste den hauseigenen Honig, der als Geschenk für unsere Gastfamilie gedacht war, wegwerfen. Zuerst dachte ich, dass der Mann mich auf den Arm nehmen will und lachte ihn noch total verblüfft an, aber als er mir dann zum 3. Mal sagte „We have to throw it away.“, wusste ich, dass es wohl kein Scherz war. Doch der Verlust tat dem gelungenen Aufeinandertreffen mit unserer Familie keinen Abbruch. Sie holten uns glücklicherweise vom Flughafen ab, sodass wir keinen Bus nehmen  mussten. Wir machten auch sofort mit der 2 jährigen Enkeltochter von unseren Gasteltern Bekanntschaft. Sie war unglaublich süß und gab uns ganzen Tag überhaupt nicht die Chance, unser Jetlag zu bekämpfen. ;)

Unsere Familie bewohnte ein Eigenheim in einer der östlichen Wohnviertel von Auckland, genauer gesagt „Stonefields“. Das Viertel war geprägt von Häusern, die sich in der Farbe leider 1:1 glichen, sodass wir in den ersten 2 Tagen Probleme hatten, das Haus zu finden. An unserem ersten Tag zeigte mir mein Freund die Innenstadt von Auckland mit der Haupteinkaufsstraße, der Queen Street und dem Skytower.  Die Abende verbrachten wir meist mit unserer Familie vor dem Fernseher oder wir unterhielten uns mit ihnen über alles Mögliche. Ich habe sie auf jeden Fall ins Herz geschlossen und ohne diese tolle Familie, wäre unser Aufenthalt sicher nur halb so schön gewesen.

Unser erster Schultag startete mit einem Englischtest: Grammatik, Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen.  Nachdem die Ergebnisse ausgewertet waren, wurden wir in unsere Klasse eingeteilt, jedoch mussten wir erst am Dienstag zur Schule gehen.  Vom Sprachniveau her wurden wir in die B2 Klasse eingeteilt, die von einem sehr netten irischen Lehrer namens James geleitet wurde. Sie war international zusammengesetzt: Brasilien, Saudi-Arabien, Kolumbien, Neukaledonien und Japan. Wir haben uns mit allen sehr gut verstanden und die Themen waren auch sehr interessant, jedoch wechselten wir nach der 2. Woche in den höchsten Kurs, da unser Lehrer der Meinung war, dass wir dort besser aufgehoben wären. Unser neuer Lehrer war noch sehr jung, genauer gesagt 25 Jahre und ein Kiwi, also ein Neuseeländer. J Sein Name war Lee und er war echt ein super Lehrer-nett, cool, locker und Vegetarier. J Wir mussten bei ihm zwar mehr Hausaufgaben machen, aber die Themen waren noch ein bisschen interessanter als im B2 Kurs und es war einfacher, sich mit den anderen fließend zu unterhalten. In unserer letzten Woche gab es dann noch einen Test. Dieser beinhaltete Aufgaben aus dem Cambridge Exam of Advanced English und war dementsprechend auch sehr anspruchsvoll, jedoch meisterten wir den Test beide erstaunlich gut, sodass  auf unserem Zertifikat sogar C2 als Sprachniveau angegeben ist. J

Jetzt habe ich so viel über meinen Schulalltag geschrieben, dass ihr wahrscheinlich denkt, dass ich nichts anderes gemacht habe. Das stimmt nicht ganz…Am ersten Wochenende haben wir uns ein kleines Auto gemietet und sind für 2 Nächte nach Whangarei in Northland gefahren. Dort wohnt die Familie, bei der mein Freund während seines Jahres gewohnt hat. Zuerst zeigte er mir jedoch noch die wunderschönen Wasserfälle bei Whangarei und fuhr einmal mit mir durch die Stadt, vorbei an seiner Schule, dem Hafen und vielen anderen Plätzen die er während seines Jahres dort regelmäßig besucht hat. Bei seiner Familie angekommen wurde mir sofort klar- das sind waschechte Kiwis. Die beiden heißen Lindsey und Justine Sullivan und ihr Sohn heißt Paddy. Ich dachte mir nur „Bei so einer Familie kann das Jahr ja nur richtig geil werden.“ J  Diese Menschen zählen wohl zu den lebensfrohesten und lustigsten, die ich je kennengelernt habe. Am Samstag fuhren wir mit ihnen weiter in den Norden, unter anderem nach Kerikeri, Paihia und Russell, wo an diesem Wochenende die „Birdman Competition“ stattfand. Der Sinn hiervon ist, dass sich mehrere Teams verkleiden und dann in das circa 13 Grad kalte (oder warme?) Wasser springen. Wer am weitesten springt, bekommt 2000$. :D Das ganze Ufer von Russell war voller Schaulustiger und es hat echt super Spaß gemacht, sich das Spektakel anzusehen. In Neuseeland war übrigens gerade tiefster Winter, wir hatten allerdings meistens zwischen 15 und 20 Grad und das war uns 1000-mal lieber, als die Hitzewelle in Deutschland. Russell liegt übrigens in der „Bay of Islands“, einer der schönsten Ausflugsziele in Neuseeland. Nach der Birdman Competition fuhren wir wieder nach Whangarei und verbrachten den Abend mit den Sullivans. Am Sonntag machten wir uns dann wieder auf den Weg nach Auckland. Zwischen den beiden Orten liegen zwar nur knapp 90 Kilometer, allerdings kann man einen neuseeländischen Highway nicht mit der deutschen Autobahn vergleichen- es sieht eher aus, wie eine Landstraße und man darf maximal 100 km/h fahren. Dafür bleibt mehr Zeit, um die Natur zu bestaunen.

An unserem nächsten Wochenende besuchten wir am Samstagabend ein Rugby Spiel der Maori All Blacks im Eden Park in Auckland. Ich würde Rugby so erklären: Wer den Ball hat, wird verprügelt. Wer den Ball nicht hat, wird auch verprügelt. :D Allerdings war es sehr spannend, einmal einen Haka, den traditionellen Tanz der Maori, live und in Farbe zu sehen. Am Sonntag ging´s dann für uns mit einem Ausflug der Schule auf die Coromandel Halbinsel, wo es sehr schöne Strände und unberührte, atemberaubende Natur gibt. Unser Guide setzte uns an einem Aussichtspunkt ab und von dort wanderten wir ca. 1 Stunde an der Küste entlang zur „Cathedral Cove“. Um ehrlich zu sein, war das echt wie im Paradies. Wir machten dort ca 1 Stunde Pause und genossen das herrliche Wetter und die wunderschöne Natur. Danach ging es noch zum „Hot Water Beach“, wo man sich einfach ein Loch in den Sand gräbt und dann in dem Wasser, das aufgrund der vulkanischen Aktivität heiß aus dem Boden kommt, baden kann. Alles in allem kann ich nur feststellen- Coromandel ist ein Muss für jeden, der Neuseeland besucht. An unserem letzten Wochenende reisten wir nach Mittelerde, genauer gesagt nach Hobbiton. Dort kann man sich das originale Filmset von der Hobbit sowie der Herr der Ringe Triologie ansehen. Ich hatte mir Hobbiton schon klein vorgestellt, aber dass die Häuser wirklich SO KLEIN sind, hätte ich echt nicht gedacht. Unser Guide hat uns auch viele Anekdoten über die Dreharbeiten erzählt und ich hatte mehrfach diese „AHA-Momente“. Wenn man den Hobbit gesehen hat, fällt einem oft auf „Oh, da war ja das…“ und es ist echt ein magischer und verzaubernder Ort…J Allerdings finde ich, dass sich ein Besuch nur lohnt, wenn man die Filme auch gesehen hat. Dann brach auch leider schon die letzte Woche in Neuseeland an, in der wir am Donnerstag nicht zur Schule gingen und nach Rangitoto fuhren, eine Vulkaninsel bei Auckland. Am Freitag war Graduation und wir erhielten unsere Zertifikate. Danach waren wir noch lecker Eis essen mit 2 Freundinnen aus Thailand. Unseren letzten Abend verbrachten wir mit einer alten Freundin meines Freundes  in einem Food Court in Auckland, da sie Geburtstag hatte. Am Morgen des 1. August mussten wir schweren Herzens unsere Koffer packen und die Heimreise antreten.  Auckland-Sydney-Dubai-Frankfurt lautete diesmal unsere Route, die insgesamt auch nochmal knapp 2 Stunden länger dauerte, als der Hinflug. Am 2. August um 13 Uhr landeten wir schließlich total erschöpft in Frankfurt und wurden von meinem Papa begrüßt.

Mein Fazit: Ein Neuseelandbesuch lässt sich zwar mit vielen wunderschönen Worten beschreiben, aber um wirklich zu verstehen, wie atemberaubend dieses Land ist, muss man es selbst besucht haben. Die Freundlichkeit der Kiwis, die wunderschöne Natur und die tollen Leute die ich kennengelernt habe machen diese Reise zur schönsten, die ich bisher hatte. Mein Dank geht hierbei auch an team!, da auch meine 3. Reise ins Ausland wieder sehr schön und gut organisiert war! J

Hier noch ein Tipp für alle: Schreibt Neuseeland bis hoch auf eure Bucket List und freut euch auf ein unvergessliches Abenteuer in einem der wohl schönsten Länder unsere Erde! Für mich bzw. für uns steht fest- wir kommen in 3 oder 4 Jahren nochmal wieder- dann allerdings im Sommer. ;)