Cora Ballmann berichtet aus Dublin (Irland)
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Meine Sprachreise nach Dublin, Sommer
Alleine in ein fremdes Land. Irgendwie wollte ich das schon immer einmal. Aber so ganz alleine…
Erst hatte ich überlegt für ein Jahr nach Amerika zu gehen, um neue Leute kennenzuler-nen, mal ein anderes Land zu sehen und nicht zuletzt um mein Englisch zu verbessern, was vor allem meine Eltern für sinnvoll hielten.

Aber ein Jahr am anderen Ende der Welt; Das war mir dann doch nicht ganz geheuer. Trotzdem, so ganz wollte ich diese Idee nicht verwerfen und so schlug mir meine Mutter schließlich vor eine Sprachreise zu machen. Sie legte mir einen Stapel Prospekte auf den Schreibtisch und bei Gelegenheit blätterte ich diese mal durch. Desto genauer ich las und mir die Fotos ansah, desto besser gefiel mir der Vorschlag meiner Mutter. Fest stand von vorneherein, dass ich in eine große, bekannte Stadt wollte. Zur Auswahl standen für mich Cardiff, London und Dublin. Ich entschied mich schließlich für Dublin, weil es die „Stadt der jungen Leute“ sei. Außerdem, so hatte ich gelesen, sollten die Iren sehr offene, gast-freundliche Menschen sein. Das klang mir doch alles sehr vielversprechend und so buchte ich zwei Wochen Dublin für die Sommerferien und warte gespannt, wie es wohl werden würde.

Als es dann tatsächlich soweit war und ich morgens um 6 Uhr todmüde am Flughafen stand und das erste Mal alleine fliegen sollte, war mir dann doch etwas mulmig zumute. Aber ich war nicht die einzige Jugendliche. Bestimmt die letzten 6 Reihen im Flugzeug waren voller junger Leute, die dabei waren eine Sprachreise zu machen. Die meisten trugen einen Auf-kleber mit  dem Namen ihrer Organisation und ihrem Reiseziel. Da ich keinen Direktflug hatte, sondern in Frankfurt umsteigen musste saßen in dem Flugzeug allerdings nicht aus-schließlich welche, die auch nach Dublin wollten, sondern im Gegenteil. Ich fand keinen einzigen. So ziemlich alle schienen nach Malta zu wollen. Ich unterhielt mich mit zwei Jun-gen, die neben mir saßen. Einer erzählte, er wolle unbedingt in die Sonne, der andere stimmte zu. Er erzählte, dass er das Jahr davor in Irland gewesen sei und drei Wochen lang nur Regen gehabt hätte. „Na toll!“, dachte ich, „Das geht ja gut los.“

Doch es wurde nur besser. In Frankfurt am Flughafen vor meinem Abflugterminal saßen dann tatsächlich noch drei andere Mädchen, die auch nach Dublin wollten. Sie schienen sich zu kennen, redeten und lachten. Ich nahm all meinen Mut zusammen, wirklich es war eine große Überwindung für mich, und sprach sie an. Und siehe da, wir kamen ins Ge-spräch. Es stellte sich raus, dass die drei sich vorher auch gar nicht gekannt hatten. Ich war fasziniert, wie einfach es sein konnte, auf andere zu zugehen. Im Laufe meiner Sprachreise verlor ich sehr schnell die Angst auf andere zuzugehen. Man merkt schnell, dass es gar nicht so schlimm ist und sich auf jeden Fall lohnt.
Mit uns Vieren flog von Frankfurt aus auch unser Groupleader. Er gab uns von Anfang an ein wenig Sicherheit, denn wir waren wirklich sehr aufgeregt, als wir in Dublin ankamen und ein Staff (Mitarbeiter) der Schule uns zu dem Treffpunkt brachte, wo unsere Gasteltern auf uns warteten. Ich wurde von meinem Gastvater abgeholt. Es war ein seltsames aber auch spannendes Gefühl. Auf jeden Fall war ich von da an auf mich allein gestellt und musste mich auf mein Englisch verlassen, denn mein Gastvater fing gleich an auf mich einzureden und mir den Schulweg zu erklären. Es dauerte ein wenig, bis ich vor allem seinen irischen Akzent vollkommen verstand, aber er war sehr geduldig mit mir und sehr freundlich. Als ich dann bei meiner Gastfamilie zu Hause angekommen war lernte ich meine Gastmutter kennen, die mich sehr herzlich empfing und mit der ich sofort ins Gespräch kam. Auch meine Gastgeschwister, die allerdings deutlich älter waren als ich, waren sehr nett, sodass ich jede Menge Spaß mit ihnen hatte.

Ich hatte ein eigenes kleines Zimmer, welches jedoch völlig ausreichte, weil ich nur zum Schlafen dort war. Mein Tagesablauf unter der Woche war jeden Tag sehr ähnlich. Gegen acht Uhr stand ich auf, duschte, ging in die Küche, wo meine Gastmutter bereits Frühstück und Lunch für mich vorbereitet hatte. Das Essen war immer sehr lecker und frisch. Nur das Toastbrot kam mir am Ende der zwei Wochen wirklich zu den Ohren raus. Ich glaube, ich habe mich noch nie so sehr nach Schwarzbrot gesehnt und Hähnchen habe ich in Irland auch zur Genüge gegessen, aber ansonsten mochte ich eigentlich alles was ich bekam. Mei-ne Gastmutter hatte mich gleich zu Beginn gefragt, was ich gerne esse und was eher nicht. Zum Lunch bekam ich jeden Tag eine Frucht, eine Dose Cola, Fanta, Sprite, was immer ich wollte und eine Frucht meiner Wahl. Zur Schule ging ich etwa eine halbe Stunde zu Fuß, ich hätte auch mit dem Bus fahren können, das lag an mir. Die ersten Tage und wenn ich spät dran war brachte mich mein Gastvater mit dem Auto.

In der Schule gab es ganz zu Anfang einen Test, nach dem die Schüler nach ihrem Können in unterschiedliche Kurse eingeteilt wurden. Die Kurse oder Klassen waren gemischt mit Schülern aller Nationen, vor allem Franzosen, Spaniern und uns Deutschen. Unterricht hat-ten wir bei zwei verschiedenen irischen Lehrer(innen). Wir lernten zum Teil Grammatik, Aussprache, Vokabeln, aber auch etwas über Irland, seine Geschichte und seine Traditio-nen. Sehr lustig war es, wenn wir zum Beispiel irische Volkslieder sangen. Allgemein haben wir im Unterricht sowohl etwas gelernt, als auch Spaß gehabt. Desweiteren gab er uns eine gute Möglichkeit Kontakte zu knüpfen. Zum Abschluss bekamen wir alle ein Zeugnis.

Nach der Schule gab es jeden Tag ein anderes vom Staff organisiertes Programm. Zu An-fang bekamen wir eine Führung durch die Innenstadt, manche Nachmittage gab es Pro-gramm in der Schule entweder Sport, Kunst oder einen englischen Film gucken. Wann an-ders konnten wir shoppen gehen, besuchten das Guinnesstorehouse oder fuhren z.B. zu einem naheliegenden Küstenort, einen Tag waren wir am Strand, etc.. Abends war auch immer Programm, so waren wir z.B. bei einem irischen Dog Racing oder sind bowlen ge-gangen. Wenn mal nichts auf dem Programm stand, so haben wir meistens mit unsrem Groupleader zusammen etwas unternommen, der wirklich sehr nett und lustig war, dann waren wir zum Beispiel im Kino. Wenn es später am Abend war, wurde ich meistens von meinem Gastvater abgeholt. Zwischen Nachmittag- und Abendprogramm war man zu Hause bei seiner Gastfamilie und aß so gegen 18 Uhr Dinner. Ich war in meiner freien Zeit des Öfteren mit meiner Gastmutter einkaufen oder guckte mit meinem Gastvater Fernsehen.

Wenn ich abends nach Hause kam, bot man mir immer noch einen Coffee oder einen Tea und etwas zu Essen an. Dann plauderte ich mit meiner Gastfamilie, erzählte von meinem Tag, sah mit ihr fern. Oft war noch Besuch da, der sich nett mit mir unterhielt. Auch wenn man unter Deutschen gerne mal Deutsch gesprochen hat, so musste man zumindest mit seiner Gastfamilie oder Jugendlichen anderer Nationen Englisch sprechen, was mit der Zeit jedoch sehr schnell sehr einfach wurde.

Am Wochenende hatten wir keine Schule. Samstags machten wir immer einen Tagesaus-flug. Mir persönlich haben die Samstage besonders gut gefallen. Ich hatte im Laufe meines Aufenthalts sehr viele nette Leute kennengelernt, mit einigen stehe ich bis heute in Kon-takt und auch wenn wir etwas weiter voneinander entfernt wohnen, sehen wir uns doch noch ein paar Mal und dann verstehen wir uns super. Bei den Ausflügen hatten wir auch Freizeit, in der wir in kleinen Gruppen rumlaufen konnten.
Sonntag morgens gab es immer ein typisch irisches Frühstück mit allem, was dazu gehört. Sonntag war im Grunde genommen „Familientag“. Es war nichts Konkretes geplant. Den einen Sonntag war ich mit meiner Gastfamilie in einer großen Shoppingmal etwas außer-halb, den anderen Sonntag waren wir in einer kleinen Gruppe in der Innenstadt shoppen.

Insgesamt hat mir meine Sprachreise nach Dublin sehr viel Spaß gemacht. Mein Englisch ist vielleicht nicht viel besser geworden, aber ich verstehe das Nötigste und kann das, was ich sagen möchte, wenn auch schlicht, zum Ausdruck bringen. Mein Gastvater hat immer ge-sagt, dass es zunächst wichtig ist dem Anderen deutlich zu machen, was man sagen möch-te, die Sprachrichtigkeit kommt mit der Zeit von selbst, wichtig sei es nur sich zu trauen zu sprechen. Ich denke, dass das die Sache auf den Punkt bringt und dass ich das während meines Irlandaufenthalts gelernt habe. Meine Gastfamilie hat mich wirklich freundlich auf-genommen und war immer geduldig mit mir, sodass ich mich dort sehr wohlgefühlt habe. Unser Groupleader war immer nett und lustig, sodass wir jede Menge Spaß mit ihm hatten. Einige derer die ich kennengelernt habe sind gute Freundinnen von mir geworden. So kann ich sagen, dass ich auf meiner Sprachreise eine Menge gelernt und viele Erfahrungen ge-sammelt habe. Vor allem war es aber eine schöne Zeit, in der ich wirklich viel Spaß mit netten Leuten hatte