Marie Kersting berichtet aus Brighton (England)
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Sprachurlaub in Brighton- Sonne, Spaß und viel gelernt!

Ein kleiner Ort an der Südküste Englands, überschaubar und ruhig-  so hatte ich mir Brighton vorgestellt, bevor ich wusste, wo ich landen würde. Als ich aber aus dem Bus stieg, welcher mich vom Flughafen in London nach Brighton gebracht hatte, wurde ich eines Besseren belehrt... doch dazu später. Erst einmal der Reihe nach.

Bereits im Winter hatte ich beschlossen, drei Wochen meiner Sommerferien in England zu verbringen, um dort das Land ein wenig besser kennen zu lernen und gleichzeitig meine Englischkenntnisse für die Oberstufe aufzupolieren. Ich entschloss, nachdem ich auf der Website von team- Sprachreisen ein wenig geschaut hatte, Brighton als mein Reiseziel zu wählen.

Dann, im Juli : die Abreise rückte immer näher, letzte Besorgungen wurden erledigt, die Koffer gepackt, der Freund verabschiedet, die Süßigkeitenvorräte kontrolliert- und schließlich war es soweit. Ich fuhr morgens mit meiner Mutter zum Flughafen Hannover, wo mein erster längerer eigener Urlaub starten sollte. Ich traf dort auch gleich ein paar Leute, welche dasselbe Vorhaben mit mir verband, und die Reiseleiterin von team, welche uns auf dem gesamten Flug begleiten sollte. Nachdem die anderen aus der Gruppe, deren Mitgliederzahl inzwischen angewachsen war, und ich in London wohlbehalten gelandet waren, wurden wir, stets begleitet von unseren Betreuern, mit dem Bus nach Brighton gebracht. Ich war ziemlich nervös, denn ich war gespannt, wie die Gastfamilie, bei der ich die nächsten Wochen verbringen sollte, sein würde.

Ich war zunächst mächtig überrascht von Brighton: es ist, wie zuerst von mir gedacht, kein kleiner Ort am Meer- es ist eine pulsierende, recht große Stadt, die einen interessanten Aufenthalt und viel Spaß verspricht. Bei der Gastfamilie angekommen, wurde ich, wie in England üblich, sehr nett empfangen. Die Freundlichkeit der Engländer hat mich die ganze Zeit dort begleitet- sie stet dort an der Tagesordnung! Mein Zimmer war recht komfortabel und geräumig, auch geschmackvoll möbliert und dekoriert.

Am übernächsten Tag lernte ich, in der Zwischenzeit schon einige Freunde gefunden, die Sprachschule kennen. Die Unterrichtsräume waren sehr modern und die Lehrer wirklich zuvorkommend und hilfsbereit. Nach einem Einstufungstest wurden die Gruppen eingeteilt und der Unterricht konnte losgehen. In den folgenden drei Wochen standen je eine Stunde Grammatik, eine Stunde Literatur und eine Stunde Sprachtraining auf meinem Stundenplan. Der Unterricht war stets lustig und kurzweilig und stellte eine gute Wiederholungsmöglichkeit dar. Nach so vielem Positiven nun auch einmal etwas, das ich bemängeln muss: wer hätte das gedacht- das englische Essen! Es ist ziemlich ungesund und geschmacklich gesehen ein Reinfall. Wer isst schon morgens um 11Uhr Chips? Und dann noch mit Essig- Aroma? Vom reichhaltigen Mittagessen, welches ich(nun gut, ich esse gerne…;) ) in Deutschland schätze, konnte man in England höchstens träumen. Die Hauptmahlzeit wurde abends eingenommen und war dann auch immer recht schmackhaft, das Warten darauf musste dann eben mit Sandwichs überbrückt werden- oder einer Sache, wie für mich gemacht: ,,Cream Tea’’. Kennen gelernt habe ich dieses bei einem der zahlreichen Ausflüge mit der Gruppe, wiederholt habe ich es darauf fast jeden zweiten Tag. Man setzt sich in einen so genannten Tea Garden und bekommt schwarzen Tee mit Sahne und Zucker, dazu eine Art Milchbrötchen mit fester Sahne und Marmelade. Ein Traum-  und very british!

A propos Ausflüge: man hat, wie gesagt, vieles machen können. Gut war, dass alles freiwillig war und dass das Programm nach den Wünschen der Mitglieder vielfältig gestaltet werden konnte. Um nur einige der vielen Aktivitäten zu nennen: Ausflüge nach London, bei denen man zum Beispiel bei Madame Tussaud’s seinen Idolen ganz nah sein konnte(leider nur ihren wächsernen Abbildern) und diese wunderschöne Weltstadt auch alleine, sei es zum Shoppen oder Sightseeing, erkunden konnte; Sportaktivitäten wie Beachvolleyball oder Tennis, Karaoke und Salsa am Abend( ich habe hier das Tanzen entdeckt- meinen Freund kann ich leider nicht dafür begeistern); Nachmittagsausflüge in nahe gelegene, äußerst idyllische Rosamunde Pilcher- Orte(so habe ich sie getauft) oder auch Kinobesuche- es fand sich wirklich für jeden etwas. Ansonsten konnte man in Brighton, alle Damen der Schöpfung aufgepasst, auch exzellent shoppen gehen und sich so für die nächsten drei Jahrhunderte mit Schuhen und Pullovern eindecken. Ich habe mich mit drei paar Schuhen zurückgehalten was dieses Thema angeht. Ach ja, und einen Pullover, drei Kleider und fünf Blusen habe ich auch gekauft… aber es gab nun mal so schöne Läden in Brighton J.

Als mich einmal das Heimweh packte, fand ich in meiner Gastmutter seelischen Beistand. Mit ihr und ihrem Mann, eingefleischten Engländern, habe ich mich sehr gut verstanden und oft unterhalten. Dies war meist very amusing- lasse man sich einmal auf Englisch erklären, was ,,Shepherd’s Pie’’ ist(nämlich ein englisches Gericht) und wie man das Ganze zubereitet. Um nicht den Eindruck zu erwecken, dass sich bei mir alles nur ums Essen drehte- ach so, diese Törtchen waren lecker, die meine Gastmutter oft gemacht hat… mit Sahne und Erdbeeren und… gut, wo war ich stehen geblieben? Ach ja, Konversation auf Englisch. Pikant wurde es, als mir meine Gasteltern erklärten, was die Brighton Gay Pride Parade ist. Zu ebendieser wurde ich auch mitgenommen und ich war beeindruckt: ganz Brighton kommt zu einer Parade zusammen, viele Leute ziehen Pailettenstrings an und setzen pinke Perücken auf oder ähnliches, und ist fröhlich, freut sich des Lebens- und feiert voller Euphorie die Homosexualität. Die Veranstaltung gestaltete sich als großer Spaß, meine Gastmutter war völlig begeistert und auch mich überkam gute Stimmung und ließ mich mein Heimweh vergessen.

Die drei Wochen vergingen recht schnell und im Nachhinein blicke ich auf tolle Ferien zurück, in welchen ich sehr, sehr viel gelernt habe- nicht nur was die englische Sprache angeht, sondern auch, was es bedeutet, sich alleine in einem Land mit dessen Kultur auseinanderzusetzen und so seinen Horizont erheblich zu erweitern. In diesem Sinne würde ich es jedem jungen Menschen in meinem Alter empfehlen, in den Ferien eine Sprachreise zu unternehmen. Man ist nicht allzu lange von zuhause weg, lernt vieles und hat darüber hinaus eine Menge Spaß und knüpft auch neue Kontakte zu Gleichaltrigen aus ganz Good Old Germany.